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Sri Sai Prana Yoga

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Sri Sai Prana Yoga

Yoga for All
Narsapur, November 2017: 

Ich liege mit viel Freude im Herzen während der Yogalehrerausbildung  2017 auf meiner Yogamatte, kann nicht  glauben, wieder hier zu sein und Master Sai sagt gerade:  „Nicht schlecht! Für Tag 3……“ Schluck!  Was wird alles auf uns zukommen? Werde ich diesen Schulterstand  wirklich meistern? Wo wird mich diese Reise spirituell  hinführen und wo hat sie eigentlich angefangen?  Im Rückblick war es „Yoga for all“ im Herbst 2016. Nachdem  dieses Retreat genau an meinem Geburtstag begann,  fiel mir die Entscheidung zur Teilnahme zunächst nicht  ganz leicht. Aber gibt es ein schöneres Geschenk als 2 ½  Tage Yoga? 

Als ich nachmittags in Rineck ankam, erlebte ich die erste  Überraschung, indem ich unverhofft in einem Zimmer mit  Karin wohnen durfte, die ich auf meiner ersten Indienreise  mit Master Sai kennenlernte. Es war sofort wieder wie im  Januar. Danke dafür! Mir ist bewusst, dass dafür im Hintergrund  liebevoll „um arrangiert“ wurde. 

Ich kann mich schon alleine daran erfreuen, in diesem wunderbaren  hellen Seminarraum zu sein, mit Blick auf diese  unglaubliche Rotbuche.  Nachdem dieses Retreat ganz bewusst für ALLE angeboten  wird, begann es mit allgemeinen Informationen zum Sri Sai  Prana Yoga und leichten Übungen. Mein letzter regelmäßiger Yogakurs lag zu dieser Zeit mehr als 12 Jahre zurück  und ich war damals schwanger, konnte also nicht mehr alle  Übungen mitmachen. 

Nach dem Abendessen, genau als ich in ein kleines Tief zu fallen drohte, ob ich nicht eigentlich an diesem Tag doch eher bei meiner Familie sein sollte, fragte Master Sai: „Hat jemand Lust auf Nachtisch? Annett hat Geburtstag!“ und Chris überreichte mir einen Kuchen. Gerade noch in einem   kleinen Anflug von Traurigkeit stand ich plötzlich inmitten vieler Gratulanten und guten Wünsche! Ich bin froh, mich an dieser Stelle auch nochmal ausdrücklich dafür bedanken zu können!  

Der nächste Morgen sollte mit Pranayama beginnen. Auf dem Weg dorthin fragte ich beiläufig, was das überhaupt sei und die Antwort war schwer zu glauben: ATMEN? EINE STUNDE??  

Was soll da groß passieren? Einatmen, Ausatmen, gut. Oha! Überhaupt noch nicht gut! Wechselatmung ist mit Prana-Hintergrund noch vertraut. Aber was ist Bhastrika   und was Kapalabhati?  

Ich atme wie verrückt, doch Christa sagt immerfort: „Dein Bauch bewegt sich nicht.“  

Die Wirkung beeindruckt mich wirklich und insbesondere nach dem sogenannten Yogabrummen habe ich das Gefühl, alles sei frei. Die Erklärung dazu, dass dieses Brummen   ausgesprochen immunstärkend und in allen Bereichen regulierend wirkt, brauche ich nicht unbedingt um es   sofort zu lieben.

 Der Vormittag ist ähnlich dem Nachmittag aufgebaut und   ich erkenne langsam die Struktur der Yogastunde. Die kurze   Entspannung nach jeder Asana tut gut, erst hier höre   ich, dass ich nicht einfach „chillen“ darf, sondern die kurze   Pause dem Verteilen der Energie im Körper dient.

Das nächste große Benefit für mich ist, dass ich innerhalb dieses Tages endlich und vollkommen mühelos die Abfolge des Sonnengrußes verinnerlichen kann.

Im Laufe diverser Yogakurse hatte ich immer wieder andere Versionen gelernt, oftmals ging es so langsam, dass Abfolgen nicht mehr erkennbar waren von der Verbindung  zum Atem ganz zu schweigen.

Beeindruckend, wie die Geschwindigkeit sich immer mehr erhöhte und die Ansagen von Master Sai sich zu einem   „Ein! Aus! Ein! Aus!“ verdichteten.

Dieses Tempo konnte ich nicht mithalten, was mir Gelegenheit zum Beobachten gab und ich hatte den Eindruck, aus Yoga wurde Tanz und Einklang mit allem, während jeder doch trotzdem bei sich war.

Den Sonnengruß trage ich seit diesem Retreat wirklich in mir. Noch nicht in perfekter Ausführung. Aber von dem Tag an, als ich aus Rineck zurückkam, stehe ich eine halbe Stunde früher auf, dusche in Rekordzeit und grüße die Sonne (auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn meistens bin ich eher da) bis die Kinder aufstehen müssen.

Diese Zeitspanne ist sehr kurz, aber sie ist mir unbeschreiblich wertvoll geworden. Als ich jetzt, bedingt durch eine Venen -OP, sechs Monate nicht mal Yoga machen durfte, fehlt dem ganzen Tag ein wichtiger Baustein.

Am Abend hatte ich so viel Neues gehört und erlebt, dass ich kaum noch aufnahmefähig war und am liebsten nach dem Essen ins Bett gesunken wäre. Als Christa uns einen Film ankündigte, ging ich zunächst von einem Prana- oder Yoga – Film aus. Doch ich erlebte eine persönliche Premiere: Meinen ersten Bollywoodfilm- und das in großer Gesellschaft. Am Mit-Tanzen, wie in den indischen Kinos üblich, könnten wir noch arbeiten, doch es war auf jeden Fall ein riesiger Spaß.

Der nächste Morgen begrüßte mich mit Muskelkater im Bauch. Pranayama! Von wegen das bisschen Bauchatmung…… Okay, die eine oder andere ungewohnte Asana mag beteiligt gewesen sein.

Auch die Einheit am Sonntagvormittag verlief nach dem nun schon gut bekannten Muster und sehr hilfreich für mich war, dass ich mir im Shop gleich noch Master Sais DVD „My Yoga“ kaufen konnte. Leider hat die Umsetzung sehr viel seltener geklappt als erhofft, aber sobald sie läuft und ich Master Sais Stimme höre, beamt es mich nach Rineck zurück und es hilft mit ungemein, wenn ich mir denn die Zeit dafür nehme.

Es war allerdings nicht nur die Möglichkeit und die ungestörte Zeit für Yoga, die dieses Wochenende so kraftspendend machten, sondern auch die Leute, denen ich dort begegnet bin. Ein Yogalehrer erzählte mir, dass er nach einer schweren Erkrankung nicht mal mehr einen halben Sonnengruß hinbekam und wie er sich in die volle Kraft zurück gekämpft hat. Heute gibt er regelmäßig mehrere Kurse pro Woche. Wo wäre er heute ohne dieses ganze Wissen, die Möglichkeit sich selbst zu helfen und das große Vertrauen, das alles wieder gut wird? Solche Begegnungen und die wertvollen Gespräche zwischendurch haben viele der anwesenden Yogalehrer für mich zum Vorbild gemacht, alleine wegen der Gelassenheit und Zuversicht, die sie ausstrahlen.

Während der letzten Abschlussentspannung fühlte ich mich sooo gut. Ich fühlte regelrecht alle Chakren jubeln und die Möglichkeit, dies alleine durch körperliche Aktivität und bewusstes Atmen erreichen zu können, machte mich sehr neugierig. Wenn einen zwei Tage schon so anheben können, brauche ich davon unbedingt mehr!

Zum Abschluss gab uns Master Sai nochmal die Möglichkeit Fragen zu stellen. Bei solchen Gelegenheiten bin ich immer vorne dabei, nur erhielt ich diesmal lediglich die knappe Antwort: „Solche Fragen beantworte ich erst in der dritten Woche der Yogalehrerausbildung“. Rückblickend war vielleicht genau dies der Moment, in dem es mich gepackt hat. Diese Ausbildung kam in meinem absehbaren Lebensplan jedoch nicht vor.

Aber Ihr alle wisst, dass wir gerne planen können was wir wollen, während was anderes, aber immer das Richtige geschieht. Auch wenn wir es nicht sofort erkennen.

Während dieser Herzenswunsch in meinem Kopf immer lauter wurde, baute mein Verstand Hürden wie „Solange bekommst Du nie Urlaub! Wie soll hier zuhause alles laufen, wenn Du VIER Wochen weg bist? Woher nimmst Du das Geld?“

Exakt in dieser Zeit kam durch eine Zeitungsbeilage (!!) folgende Weisheit zu mir und GENAU so war es dann auch:

In dem Moment, in dem man sich endgültig einer Sache verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und materielle Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer Du kannst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.

Johann Wolfgang von Goethe

„Wir Yogis“ fragen uns natürlich: Hat je ein deutscher Dichter und Denker so schön über Lord Ganesha geschrieben?

„Yoga for all“ kann also unter Umständen nach Narsapur zur Yogalehrerausbildung führen, aber auf JEDEN Fall aber immer wieder dorthin zurück. Ich freue mich jetzt schon!

Und wer weiß? Vielleicht dann sogar mit eigenen Yogaschülern…..

 Namaste Annett Häuser