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Sri Sai Prana Yoga

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Sri Sai Prana Yoga

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Wer bin ich?
Eine Reise durch die fünf Hüllen

Mein physischer Körper liegt auf der Matte in Shavasana: Kopf, Rumpf und Beine in einer Linie, Arme neben dem Rumpf, alle Körperteile schwer und entspannt.

Die Hülle aus Nahrung,  Annamaya-Kosha: Geboren aus Erde, durch Erde genährt und in die Erde sich auflösend. „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.“ Die Leichenstellung macht mir diese fundamentale Wahrheit ganz bewusst.

 

Ich bin nicht der Körper.

Der Körper entsteht und vergeht. Was geboren ist muss sterben, im Kreislauf des Lebens, im Rad von Wiedergeburt und Tod.

 

Ich bin nicht der Körper.

Ich sorge aber gut für ihn, weil allein er meiner Verankerung in der grobstofflichen Welt dient. Das Handeln in der Welt ist durch die Hülle aus Nahrung erst möglich. Ich bewundere seine Leistung und wertschätze die Komplexität seiner Programme. Ich erkenne die göttliche Genialität und schöpferische Kreativität in seiner Funktion.

 

Ich bin dankbar meinem Körper gegenüber, ich atme tief ein und aus. Ich fühle den Atem in meinen Nasenwegen, die Bewegung des Bauches und der Brust.
 

Ich bin nicht der Atem.

Eine Welle feiner Energie dehnt sich aus, trägt mich in die feinere Schicht meines Systems, vom äußeren zum inneren Atem, zum  Pranamaya-Kosha.  Die Hülle aus Prana, der Vitalkörper, versorgt mich mit Lebensenergie. Ohne Prana, dem Atem des Lebens, könnte nichts existieren. Prana ist die ursprüngliche Kraft, die Mutter aller sichtbaren und unsichtbaren Formen. Ich lächele, ich bin dankbar meinem Lehrer gegenüber, der mich so viel über den Energiekörper erfahren lässt. Ich kenne das Netzwerk aus Chakras und Meridianen. Ich kann, eingeweit in die Techniken der Pranaheilung von GMCKS, mein Energiesystem sehr intensiv beeinflussen. Ich kann dem Ungleichgewicht und sogar der Krankheit entgegenwirken, ich kann Selbstheilung unterstützen. Ich kann das Prana zu einem gewisssen Maß lenken, was manchmal an Wunder gränzt.
 

Ich bin nicht das Prana, aber Prana, als das verbindende Glied zwischen Körper und Geist, lenkt meine Aufmerksamkeit auf die noch feinere Hülle, auf  Manomaya-Kosha,  den Mentalkörper. Hier bleibe ich eine Weile, nicht weil es hier so angenehm ist, sondern weil es hier so viele wichtige Bereiche gibt. Die Kommunikation mit der Außenwelt, die Wahrnehmung durch die Sinnesorgane, das Verarbeiten der aufgenommenen Daten und die Ausführung der Handlungen durch die Handlungsorgane findet hier statt, teilweise auf der instinktiven, reflexartigen, teilweise auf der mentalen Ebene.
 

Das „Alltagsdenken“ und damit eng verbundene „Alltagsfühlen“ kreist hier oft in einem unkontrollierbaren Karussell. Die Programme des „Autopiloten“, die unzähligen Konditionierungen, die unbewussten Regungen führen hier ein selbständiges Leben und bereiten mir ganz viele Überraschungen.
 

All das wird zusammen- und dazu ganz festgehalten durch den Ich-Macher, das Ego. Diese Instanz, statt hilfreich zu sein, betrachtet alles durch die Brille der Trennung und kämpft um die eigene illusorische Existenz. Es heißt, das Ego soll gut erzogen und dem höheren Willen unterzogen werden ...... ein super Vorsatz, der viel Achtsamkeit, Geduld, Ausdauer, Gelassenheit und Selbstliebe fordert. Ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt. Manchmal hilft nur eins - das Loslassen der falschen Identifikation.
 

Ich bin nicht die Gefühle. 
Ich bin nicht die Gedanken.
Ich bin nicht die Programmierungen.
Ich bin nicht der Verstand. 
Ich bin nicht das Ego.

 

Ich schaue auf die Gefühle, Gedanken und Spielchen des Egos wie auf die Wolken am Himmel. Ich bin der Beobachter, ich nehme Abstand, begebe mich in die subtileren Bereiche meines Systems, zum  Vignanamaya-Kosha, dem Körper der Weisheit, der Intuition, der Erkenntnis, der Inspiration. Von hier aus möchte ich meine Entscheidungen treffen, aus der Position des geklärten, reinen Geistes wahrnehmen und handeln, urteilsfrei und doch durch Viveka, die höhere Unterscheidungskraft angeleitet; weit entfernt von den einschränkenden Ambitionen der Person, in der universellen Wahrnehmung der Ganzheit der gesamten Schöpfung und meiner Rolle darin.
 

Ich empfinde ein Gefühl der Freude und der Stille, nichts was neu und aufregend wäre, was ich nicht schon kennen würde. Ganz im Gegenteil, es ist etwas, was mir sehr bekannt vorkommt, ganz natürlich, ungezwungen, ohne Anstrengung. Hier ist es hell, lichtvoll, leicht, voller Freude und Frieden, glückselig, die Lebendigkeit sprudelt hier konstant und leise ......  Anandamaya-Kosha, die Hülle der Glückseligkeit. Hier fühle ich mich wirklich gut, zuhause, hier möchte ich dauerhaft Platz nehmen, hier ruhen zwischen den Phasen der Arbeit auf den niedriger liegenden Ebenen des Geistes und des Körpers, oder anders ausgedrückt, auf den äußeren Ebenen des Seins. Aber auch diese wunderbare Hülle bin ich nicht.

Wer bin ich?

Die Schriften nennen es: Atman, Purusha, Reine Essenz, Seele, Das Selbst, Innerer Kern, Reines Gewahrsein ......

 

Sat – Chit - Ananda, Sein – Bewusstsein – Glückseligkeit.  Das Sein, welches sich selbst bewusst ist und dadurch glückselig.

 

Das passt, das bin ich wirklich und gern.
 

Ich bin das. So Ham. Einatmen So, ausatmen Ham.

 

Der Atem holt mich zurück zum Wachbewusstsein.  Die Reise ist beendet. Sie hat mich jedoch verändert, verfeinert, transformiert und ich freue mich jetzt schon auf die nächste.
 

Beata

Gillaschke

Kedziora

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