Sri Sai Prana Yoga

Spaß an Partnerübungen?
Verändert Yoga unser Leben?

Wie die meisten meiner Yoga-Teilnehmer kam ich vor vielen Jahren über körperliche Beschwerden zum Yoga. Massive Rückenbeschwerden durch einen lang zurückliegenden Motorrad-Unfall in jungen Jahren verursacht, eine Knieverletzung, die beim Rock’n Roll-Tanzen entstanden war und mich jahrelang beim Sport-Treiben eingeschränkt hatte, und ein Ski-Unfall on top führten dazu, dass ich mich an keinen einzigen schmerzfreien Tag erinnern konnte.

 

Rückblickend betrachtet finde ich es eigenartig, dass ich nicht schon viel früher den Weg zum Yoga gefunden hatte. In meiner ersten Yoga-Stunde konnte ich nicht lang ausgestreckt am Boden liegen und als ich nach der Endentspannung aufstehen wollte, musste ich mich unter unsäglichen Schmerzen über die Seite rollen, brauchte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich zum Sitzen gekommen war und hatte den Eindruck, dass alles viel
 

schlimmer war als vorher. Ich war gefrustet, fühlte mich mit Mitte vierzig uralt und dachte, ich würde mich nie wieder richtig bewegen, geschweige denn Sport treiben können.
 

Nach ein, zwei Kursen fand ich dann auch eine Yoga-Lehrerin, bei der ich mich gut aufgehoben fühlte und ganz allmählich entstand für einmal in der Woche Freude an der neuen Bewegung. Die Übungen taten gut, und ich entwickelte ganz langsam auch ein Durchhaltevermögen, wo ich mich zu Beginn einfach durch die Übungen, die mir schwer fielen, durchgemogelt hatte. Mein Leitspruch war immer: „ein paar Asanas muss ich mir auch noch für das nächste Leben aufsparen“ oder wahlweise auch, wenn ich etwas partout nicht mochte: „dafür bin ich zu alt, da hätte ich mit zwanzig anfangen müssen.“

 

Dass es bei den körperlichen Aspekten nicht bleiben sollte und die Yoga-Praxis einmal mein ganzes Sein beeinflussten würde, konnte ich damals noch nicht ahnen. Es folgte die Yoga-Lehrer-Ausbildung 2013 in Rishikesh, zu der ich mich angemeldet hatte, weil ich etwas für meine spirituelle Entwicklung tun wollte. Dass dies in Rishikesh passieren sollte, dort, wo die Beatles ihr grandioses weißes Album geschrieben hatten, fand ich schon sehr cool. (An die zwei Dutzend Songs haben die Beatles Anfang 1968 in Indien geschrieben – sehr reduziert komponiert, nur Akustikgitarre und Gesang, also genau mein Fall :-) )

 

Durch die sehr fundierte Ausbildung – Dank an Master Sai, Acharya Sasidhar und das ganze Team – tauchte ich tief ein in die Philosophie des Yoga und kam mit Bereichen meines Seins in Berührung, die ich bis dahin gar nicht so genau anschauen wollte. So war es denn auch nicht mein primäres Ziel, Yoga auch zu unterrichten. Nach meiner Rückkehr aus Indien sollte dann doch alles sehr schnell gehen.

 

Heute unterrichte ich in sechs Kursen zwischen 40 und 50 Teilnehmern im Alter von 25 bis 80 Jahren neben meiner Vollzeit-Tätigkeit, besuche mit viel Freude die Fortbildungen unseres Sri Sai Prana-Yoga Vereins und kann wirklich voller Überzeugung sagen: All Life is Yoga. (Sri Aurobindo)
 

Warum?

Weil die Veränderungen, die Yoga bei mir bewirkt hat, mein ganzes Sein betreffen. Meinen Körper, meine Gedanken, meine Beziehungen privat und beruflich, meine Ziele und Werte.

 

Yoga kultiviert die Achtsamkeit, das heißt, wir lernen wahrzunehmen, was ist und in der Gegenwart völlig präsent zu sein. Wir kommen in Kontakt mit unseren Bedürfnissen und lernen nach und nach loszulassen, was uns nicht gut tut. Wir achten unseren Körper, weil wir wissen, dass er unser Tempel ist, unser Instrument, mit dem wir unser wahres Selbst erfahren können. Zugebenermaßen nicht immer, aber immer öfter ;-)

Die Erkenntnis, dass wir zu dem werden, was wir denken, hilft uns, Verantwortung für unser Leben zu übernehmen und nicht mehr Personen oder Situationen im Außen für Glück oder Unglück verantwortlich zu machen. Wenn wir akzeptieren, was wir nicht ändern können, stellt sich ein wunderbares Gefühl der Freiheit ein.
 

Unsere Beziehungen verändern sich, wenn wir erkennen, dass alles, was wir aussenden, um ein Vielfaches zu uns zurückkehrt. Die Botschaft des Yoga lautet: Alles ist eins. Du bist ich und ich bin Du.
 

Kaum etwas fällt uns so schwer wie das Loslassen. Wir klammern uns an Menschen, Besitz oder Wertvorstellungen und haften der Illusion an, wir hätten die Kontrolle. Durch Yoga lernen wir nicht nur den Wandel schätzen, sondern kommen auch in Kontakt mit dem einzig Unvergänglichen: unserem wahren Selbst. Mit viel Geduld und Übung erkennen wir nach und nach, dass das reine Bewusstsein unsterblich ist und können dadurch auch die Angst vor der irreführenden Identifikation mit der Vergänglichkeit ablegen.
 

Es erfüllt mich mit großer Freude, wenn meine Teilnehmer schon nach kurzer Zeit von ihren positiven Veränderungen berichten und ich sehe, dass ich dieses großartige Geschenk, das ich erhalten habe, weitergeben kann.
 

Einatmen – Ausatmen.

Namasté

Ursula Maria Konrad

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© 2016 Sri Sai Verein für Yoga und Meditation e.V.

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