Sri Sai Prana Yoga

Spaß an Partnerübungen?
So sehen unsere Füße aus

Dr. Christa Wirkner-Thiel fragte mich, ob ich als Physiotherapeutin einen Artikel über die Füße schreiben möchte.
Cooles Thema dachte ich, denn ich finde unsere Füße sind wirklich ein Wunderwerk der Natur. Außerdem beeinflusst der Zustand unserer Füße unser allgemeines Wohlbefinden maßgeblich. Nur schade, dass die meisten Menschen
 ihren Füßen wenig Beachtung schenken, außer vielleicht beim Lackieren der Fußnägel. ;-)
Nun aber erst einmal zu ein paar wirklich erstaunlichen Fakten:

Die Anatomie unserer Füße:
• Ein Fuß besteht aus 26 Knochen, 27 Gelenken, 32

   Muskeln und Sehnen, 107 Bändern und 1.700 Nerven-Endigungen


• Er verfügt über 90.000 Schweißdrüsen zur Temperaturregulierung
und zum Ausscheiden von Reststoffen.


• Die Achillessehne kann einem Gewicht von etwa einer
Tonne widerstehen.

Was unsere Füße tragen:
• Die Füße sind der meistbeanspruchte Teil unseres Körpers


• Beim Tragen von High Heels setzt eine 60 kg schwere Frau ihre Ferse      einem 28mal so hohen Druck wie ein 2,6 t schwerer Elefant jedem            seiner Füße aus


• Beim normalen Gehen wirkt auf den Hinterfuß das 4,5fache des              Körpergewichts ein – beim Joggen erhöht sich dieser Wert auf das            9fache

Wohin uns unsere Füße tragen:

• Durchschnittlich machen wir 8.000 – 10.000 Schritte pro Tag. Dies             entspricht etwa 8 Kilometern pro Tag.
• Ein Mensch läuft in seinem Leben im Durchschnitt etwa 128.747               Kilometer. Dies entspricht mehr als 3.000 Marathons oder 3                       Weltumwanderungen.
• Die durchschnittliche Frau legt beim Shopping pro Jahr 214 Kilometer       zurück.
• Europäer im Alter zwischen 16 und 34 Jahren verbringen pro Tag 8,5         Stunden in Schuhen.
• Wir verbringen zwischen 25 und 57 Prozent unseres Lebens auf                 unseren Füßen

Quelle: . Zitiert nach einer Pressemitteilung von Adam : Health Public Relations
(25.09.2007) http://www.dr-mueck.de/Wissenschaftsinfos/Fuss-Fakten.
htm

Studien zeigten das erschreckende Ergebnis, dass mehr als 60 % der Menschen in 16 europäischen Ländern eine Fehlstellung der Füße aufweisen. Unsere Füße leisten jeden Tag Schwerstarbeit, aber dennoch vernachlässigen wir sie extrem. Vielen Menschen bereiten die Füße schon in jungen Jahren Probleme. Oft quetschen wir sie in viel zu enge oder einfach unpassende Schuhe (z. B. High Heels), je nachdem was gerade in Mode ist, egal ob es unseren Füßen dabei gut geht oder nicht. Hauptsache es sieht schick aus.

Durch die Fehlstellungen in den Füßen ändern sich die Druckverhältnisse und somit entstehen oft Arthrosen, Hühneraugen, Entzündungen der Schleimbeutel oder Gelenke. Mögliche Ursachen sind, wie gesagt, falsches Schuhwerk, Bindegewebsschwächen, Übergewicht, Frakturen oder Rheuma.

Das Tragen von Einlagen ist sehr umstritten, denn es ist nur eine passive Unterstützung. Die Frage ist, ob durch ständiges Tragen von Einlagen die Fehlhaltung nicht verstärkt wird, da die Muskulatur mehr abbaut. Viel mehr wäre es wichtig, dass der Fuß bewegt und die Fußmuskulatur gekräftigt wird, meinen manche Kritiker.

Dabei wäre es so einfach etwas zu tun, beispielsweise einfach nur barfuß zu laufen. Das ist aber für die meisten Menschen ein Tabu Thema, da sie meist so empfindlich geworden sind, dass sie es gar nicht mehr ertragen können auf einem heißen Boden oder über Unebenheiten zu laufen. Wie oben erwähnt: Europäer im Alter zwischen 16 und 34 Jahren verbringen pro Tag 8,5 Stunden in Schuhen! Wenn es ihr Alltag nicht anders zulässt, dann sollten Sie zumindest ihre Schuhe mehrmals täglich wechseln.

Nichts desto trotz ist barfußlaufen DIE Übung für ihre Füße. Man muss es trainieren und seinen Fuß mit seinen vielen Nervenendigungen, Energiebahnen und Reflexzonen einfach wieder an die vielen Reize gewöhnen. Man hilft damit sogar dem ganzen Körper, da man z. B. auch auf energetischer Ebene mehr Energie aufnimmt.

Ein weiteres gutes Training für die Füße ist es, im Sitzen mit
dem Fuß über einen Tennisball zu rollen oder noch besser,
über einen Igelball. Vielleicht haben Sie ja auch einen Fußroller zu Hause. So lockern sie die Verspannungen im Fuß, regen die Nervenendigungen, Meridianendpunkte sowie Fußreflexzonen an. Auch ein regelmäßiges Fußbad mit Meersalz (15 – 20 Minuten) am Abend ist sehr wohltuend. Danach massieren sie ihre Füße mit Lavendelöl. Sie werden sehen, auch ihr Schlaf verbessert sich dadurch.

Die folgenden Yoga-Übungen sind ebenfalls sehr heilsam für ihre Füße.

Grundhaltung: Prarambhik Sthiti
Sitze im Langsitz; die Beine sind
locker; Rücken, Nacken und Kopf
sind aufgerichtet.
Strecke die Ellbogen und lehne
dich etwas zurück; die Arme geben
dir Halt, tragen aber nicht
das ganze Gewicht.
Schließe deine Augen und entspanne den ganzen Körper.

Padanguli Naman (Beugen der Zehen)
Bringe die Wahrnehmung zu deinen Zehen. Die Füße bleiben bei dieser Übung ruhig, es bewegen sich nur die Zehen.
EA (Einatmen): Bewege die Zehen zum Körper (Extension)
AA (Ausatmen): Bewege die Zehen weg vom Körper (Flexion)
Verharre einige Sekunden in jeder Haltung.

Spreizen der Zehen
Bringe die Wahrnehmung zu deinen Zehen. Die Füße bleiben bei dieser Übung ruhig, es bewegen sich nur die Zehen.
EA: Spreize die Zehen
AA: Locker lassen
Verharre einige Sekunden in jeder Haltung.

Gulf Naman (Beugen der Fußspitzen)
Bringe deine Aufmerksamkeit zu deinen Füßen. Die Füße liegen etwas auseinander.
Einatmen: Bewege den Fuß soweit wie es möglich ist möglich zu dir, so, als wollten sie die Knie berühren (Extension)
Ausatmen: Bewege den Fuß soweit wie möglich Richtung Boden, so als wollten sie ihn berühren (Flexion) Verharre einige Sekunden in jeder Haltung.

Gulf Chakra (Kreisen der Fußspitzen)
Bringe deine Aufmerksamkeit zu deinen Füßen. Die Füße liegen etwas auseinander.

Die Fersen bleiben während der Übung mit dem Boden in Kontakt.

1. Lasse die rechte Fußspitze 10x im Uhrzeigersinn kreisen.
Die Bewegung geht vom Fußgelenk aus. Mach das Gleiche entgegengesetzt.
Wiederhole das Gleiche mit dem linken Fuß.

2. Lege die Füße zusammen Bewege beide Fußspitzen in die gleiche Richtung.
Mache 10 Runden im Uhrzeigersinn, dann 10 Runden entgegengesetzt.

3. Lege die Füße etwas auseinander. Bewege beide Fußspitzen voneinander weg und aufeinander zu.
Mache 10 Runden in die eine und 10 Runden in die andere Richtung.

Gulf Ghurnan (passives Kreisen der Fußspitzen)

Bleibe in der Grundhaltung.
Beuge das Knie zur Seite und lege den rechten Fuß auf den linken Oberschenkel.
Der Fuß sollte frei neben dem Oberschenkel hängen.
Halte das rechte Fußgelenk mit der rechten Hand.
Halte die Fußspitze mit der linken Hand und lasse sie kreisen, der Fuß
bleibt absolut passiv. Die Bewegung erfolgt im Sprunggelenk.
Mache 10 Runden im Uhrzeigersinn und 10 Runden entgegengesetzt.
Wiederhole das Gleiche mit dem linken Fuß.
Atme ein, wenn sich die Fußspitze nach oben bewegt,

atme aus, wenn sich die Fußspitze nach unten bewegt.

Massage der Sprunggelenke
Beuge die Beine etwas an, so dass du deine Fußgelenke fassen kannst. Nun massiere sanft einen geschlossenen Kreis um deine Sprunggelenke, so löst du die Blockaden in den Beinmeridianen.

Asanas im Stehen
Sie stärken deine Fußmuskulatur und geben deinem Körper mehr Stabilität und Gleichgewicht.

Vriksha Asana – Der Baum

Stehe aufrecht, die Beine geschlossen. Blicke geradeaus und verlagere nun das Gewicht auf das rechte Bein. Beuge dein linkes Knie und ziehe
es, wenn möglich, mit der linken Hand soweit nach oben, bis die Ferse den Damm berührt. Das Standbein bleibt gestreckt, das gebeugte Knie nach außen gedreht.

Richte den Blick auf einen festen Punkt vor dir, falte die Hände in Namasté-Haltung, als Anjili- Mudra vor dem Herzen.
EA: Strecke die Arme aus dem Herzen nach oben.
Bleibe etwas in dieser Position und atme ruhig.
AA: Senke die Arme zurück zum Herzen ins Anjili-Mudra.
Wiederhole dies auf der anderen Seite.

Vira Bajra Asana- Die Standwaage
Stehe aufrecht, schließe die Beine. Verlagere das Gewicht auf das linke
Bein. Hebe das rechtes Bein und den rechten Arm nach hinten und strecke den linken Arm nach vorne. Dein Blick ist geradeaus gerichtet.
Das Standbein bleibt gestreckt.

Garuda Asana – Der Adler

Stehe aufrecht und richte den Blick auf einen festen Punkt vor dir.
Beuge das rechte Bein und drehe es um das linke Bein.
Beuge die Ellbogen und bringe sie vor die Brust. Drehe die Unterarme
umeinander dabei bleibt der linke Ellbogen unten.
Lege die Handflächen zusammen, sie bilden den Schnabel des Adlers.
Das Standbein bleibt gebeugt und der Blick bleibt auf den Punkt fixiert.
Bleibe etwas in dieser Position und atme ruhig.
Wiederhole dies auf der anderen Seite.

Ich wünsche euch viel Spaß & Freude mit den Übungen und ich hoffe, ihr
habt etwas Motivation gefunden, euch mehr um eure Füße zu kümmern!


Tanja Kneitinger

Yoga News Ausgabe Oktober 2018 Web.png

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