Sri Sai Prana Yoga

Rückblick Yogalehrerausbildung 2015

Jörg Ramlow

Warum Yoga? Und dann auch noch Yogalehrer! Als hätte ich nicht genug „um die Ohren“.

Ich werde es Euch sagen. Yoga ist für mich nichts, was ich ab und an tue oder praktiziere zu festgelegten Zeiten, zum Beispiel dienstags von 17 bis 20 Uhr.

Wenn ich schlafe, morgens aufwache, der erste Gedanke nach dem Aufwachen, die erste Emotion, die erste Bewegung, meine Arbeit tagsüber und meine freie Zeit ist eigentlich durchdrungen von der Yogaphilosophie. Das ganze Leben ist Yoga, sagte der Weise Sri Aurobindo. Die Frage ist nur, ob ich mir dessen bewusst bin. Mit jedem Tag wird mir wirklich klarer, was dieser Weise damit gemeint hat. Ich nehme wahr, wie Heilung in mir, mit mir und wie Heilung in meiner Umgebung, mit der ich in Beziehung stehe, geschieht.

Das ist der Grund: Heilung. Yoga ist für mich, je bewusster ich mir dessen bin und werde, heilsam. Ganz einfach. Ich heile. Dafür muss ich kein Inder sein, oder so aussehen wie einer. Ich muss dafür auch nicht auf einem Nagelbrett sitzen oder den Eindruck erwecken, als täte ich es jede Nacht. Die Yogalehre ist universell.

Ich heile auf körperlicher Ebene, auf emotionaler und mentaler Ebene. Spürbar.

All das war mir vor 20 Jahren noch gänzlich unbekannt und unerkannt. Meine Arbeit dominierte mich derart, dass ich am Ende verlor. Ich glaubte, ich sei meiner Arbeit hingegeben, aber eigentlich und wirklich folgte ich Zwängen, Mustern und Ängsten. Das führt zwangsläufig in irgendeine Form von Krankheit . Der eine fasst sich an die Brust, der nächste wird übergewichtig oder Schlimmeres. Irgendein Zeichen bekommt jeder. Hört er es nicht, werden die Zeichen deutlicher, manchmal sehr deutlich. Nicht angenehm, oder? Ich wählte den Weg über depressives Verhalten. Sehr unangenehm.

Es gibt für jeden einen Weg, aus diesen Dingen und Verwicklungen wieder herauszukommen. Für mich war es die Pranaheilung nach GMCKS, die mir half, wieder der lockere, leichte und lustige Kerl, der ich einstmals als Kind war, zu werden. Daran und an diese Zeit, konnte ich mich noch gut erinnern. Warum bin ich dann an einen Punkt gekommen, an dem ich nicht mehr lachen, nicht mehr ausreichend regenerieren konnte, nicht mehr sich frei und glücklich fühlen konnte? Warum? Es war mir noch nicht einmal bewusst!!! Wie ein Hamster in seinem Rad.

Mein Lehrer, der mir half aus diesem Dilemma wieder herauszukommen, ist nicht nur Pranalehrer, er ist auch Yogalehrer und bildet Yogalehrer aus. Also gab es nichts lange zu überlegen, diese Ausbildung anzufangen. Diese Ausbildung macht man nicht so nebenbei. Sie ist umfangreich, tiefgehend und geht über einige Jahre. Trotzdem. Ich tat es für mich. Inzwischen kann ich den Wert gut schätzen und Yoga ist so wertvoll, dass es sich einfach gehört, es weiterzuverbreiten. Und das tue ich nun. In Freude und Dankbarkeit. Und wer mich kennt weiß, ich bin ein ganz normaler Mensch.

In Rostock suchte der größte Sportverein des Landes ... einen Yogalehrer. DER SPORTverein! Also wurde ich hier „Trainer“. „Wohl eher Träner“ sagte eine Freundin scherzhaft zu mir. Da gibt es diese Asana: Goumukasana, das Kuhgesicht; die meisten meiner Teilnehmer können es „besser“ als ich. Macht nichts. Wir sind alle auf dem Weg.

Mit den Yogalehren aus dem Raum Bad Doberan bringen wir nun ca. 100 Teilnehmern Yoga nah. Außer dem Vereinsleben führe ich noch einen eigenen Kurs. Was geschieht in diesen Kursen? Entspannung und aus dieser heraus Heilung. Viele können es direkt wahrnehmen und reflektieren es auch. Das freut mich dann sehr und erfüllt mich mit Dankbarkeit. Aber es ist egal, ob es den Teilnehmern bewusst ist oder nicht. Sie kommen und tun es. Und alle begreifen so langsam, Yoga ... das sind nicht nur diese Asanas und Verrenkungen. Es ist so viel mehr, viel viel mehr. Es berührt alle Lebensthemen, auch gern die mit einem Tabu belegten. Es kommt zu Erkenntnis, Klarheit, Einfachheit, Freude und Leichtigkeit. Ganz langsam, -manchmal auch schnell. Das ist bei jedem anders. Bei mir geht es eher langsam, ist aber auch gründlich und tiefgehend und ohne großartige Erwartungen. Ich danke meinem Lehrer dafür und ich danke seinen Lehrern und den Lehrern vor ihnen. Yoga ist in die UNESCO-Liste des immateriellen kulturellen Erbes der Menschheit aufgenommen worden! Nicht nur wegen der paar Bewegungen. Es ist bewusst erfahrbar. Und das Schöne ist ... dabei darf auch gelacht werden. Dies ist sogar die Essenz. Das Empfinden von Glück und Freude im tiefsten Inneren und aus diesem entspringt mein eigenes Sein im Alltag. Dies weiterzugeben, ist eine Freude.

Helft mir bitte gern dabei, wir sind alle auf dem Weg. Danke.

© 2016 Sri Sai Verein für Yoga und Meditation e.V.

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