Sri Sai Prana Yoga

Spaß an Partnerübungen?
Rückbildungsyoga

Mittwochs – 9.00 Uhr im Multifunktionsraum; wie immer sind die Stühle bei Seite geräumt, eine Mattenfläche ausgelegt und das Spielzeug bereitgestellt. Es ist die Zeit für „Rückbildungsyoga“. Eine besondere Yogaform, bei der die Mütter zusammen (!) mit ihren kleinen Kindern Yoga praktizieren. Hierbei wird nicht zuletzt ein besonderes Augenmerk auf die Körperteile gelegt, die bei Schwangerschaft und Geburt stärker beansprucht wurden.

Das Interesse an Rückbildungsyoga war nach der ersten Ankündigung erstaunlich hoch. So treffen nun jede Woche kurz vor 9.00 Uhr nach und nach glücklich strahlende und teils sichtbar übernächtigte Mütter mit ihren noch kleinen und zum Teil schon erkundungsfreudigen Kindern zur gemeinsamen Yogastunde ein. Zunächst werden Kinderdecken und Rasseln ausgebreitet und die noch jungen Erdenbewohner darauf gebettet. Die „älteren“ Kinder, die schon krabbeln oder laufen können, bewegen sich rasch zu den bereit gestellten Spielzeugen und beginnen so die gemeinsame Stunde auf ihre Art und Weise.
 

Ein kurzer Austausch untereinander und schon starten wir in die fast immer dynamische und auch kraftgebende Yogaeinheit. Der Sonnengruß  - bewusstes Ein- und Ausatmen, den Körper strecken und beugen. Die ersten Anstrengungen zeichnen sich bereits meist fröhlich auf den Gesichtern ab. Die Kinder ihrerseits unterbrechen ihre Aktivitäten und schauen gebannt dem Treiben ihrer Mütter zu. Die älteren Kinder versuchen es ihnen nachzumachen, recken die Arme nach oben und beginnen so auf ihre unnachahmliche Weise mitzumachen. Unaufhaltsam breitet sich eine wunderbare und
weich harmonische Atmosphäre aus. Die zu Beginn noch auf den Gesichtern der Mütter zum Teil deutlich wahrnehmbare Müdigkeit verfliegt und ersetzt sich trotz zunehmender Anstrengung durch ein tiefes, nachhaltiges Lächeln.
 

Eine kurze Atempause nach dem Sonnengruß schenkt Kraft und Konzentration für die nächsten Asanas - einen Krieger Flow. Ein Flow, der insbesondere die Bein-, Gesäß-, Brust- und Rückenpartie fordert und bei dem natürlich auch der Beckenboden bewusst angespannt wird. Das erste tiefere Stöhnen und kraftvollere Atmen erfüllen den Raum, während die Kleinen immer noch vergnügt spielen, vor sich hin brabbeln oder zuschauen und weiterhin versuchen die Techniken für sich zu erschließen. Die Mütter ihrerseits packt der Tatendrang, sie fühlen sich nun besonders motiviert, holen alles aus sich heraus und spüren dabei ihre Kräfte. Alle Gesichter strahlen.

Die folgende Ansage „Shavasana“ wird dann doch dankend angenommen. Die Mütter legen sich auf den Boden und ....... Dies ist die besondere Zeit für die Kleinen, eine unwiderstehliche Einladung. Sie krabbeln oder laufen auf die erholungsbedürftigen Mütter zu, klettern auf sie rauf und / oder auf ihnen herum. Statt tiefer Atmung und Entspannung wird jetzt meist viel gelacht und ausgiebigst gekuschelt.

er nächste aktive Teil für die Mütter wird nun angekündigt. Bein- und Baucharbeit. Hierbei wird der untere Körper festgemacht, der Beckenboden angespannt, die Beine gehoben, gegrätscht, gesenkt und gehalten. Und wiederum packt die Mütter der Tatendrang und sie holen abermals alles aus sich heraus, aber diesmal auch mit ihren Kindern auf dem Bauch, denn die wollen jetzt nicht mehr „runter“. Eine wunderbar ausgelassene Atmosphäre macht sich breit, die Mütter üben, atmen, halten und lachen.

Trotz der einzigartigen Atmosphäre wird die Ansage „Shavasana“ wieder mit Freuden angenommen. Nicht zuletzt, da der ein oder andere junge Erdenbürger ein eigenes Bedürfnis an- meldet. Nun wird wo nötig beruhigt und gefüttert. Diese Mütter schauen daher entspannt den jeweils anderen zu und genießen in tieferer Stille mental.

 

Im nächsten Teil der Stunde sind die Arm-, Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur gefordert. Hierfür eignet sich besonders der Vier-Füßlerstand. Begonnen wird mit einer Einheit aus vielfältigen Streckungen, Arme und Beine werden gehoben, gestreckt, gebeugt und wieder gestreckt. Ganz automatisch sind die Muskeln angespannt, der ganze Körper arbeitet. Die Kleinen liegen hier zum Teil unter der Mama, die Gesichter sind einander zugewandt und beide strahlen sich an, haben engen Blick- und „Seelenkontakt“, während die Mutter sich gleichzeitig den Yogatechniken hingibt. Der Vier-Füßlerstand der Mütter ist daher für die Kleinen immer etwas Besonderes, Zeit um unter und auch auf Mama rumzukrabbeln, die Haare von Mama zu erwischen, daran zu spielen oder sich an ihr hochzuziehen. Und wieder wird gelacht.
 

Nach einer kurzen Entspannung geht die Stunde weiter in Bauchlage, Heben und Strecken der Arme und Beine. Jetzt sind die älteren Kinder wieder begeistert, können sie Mama nun besonders gut unterstützen. So krabbeln sie auf ihre Mütter was diese dann zu Höchstleistung anspornt, natürlich wie immer lachend. Sie tragen ihre liebsten Engel und genießen den kraftvollen Kontakt. Anschließend folgt eine Entspannungsphase in der Stellung des Kindes, die den Übergang in die sitzende Position vorbereitet. Die Zeit ist nun schon fortgeschritten und es wird zunehmend unruhiger. Die individuellen Bedürfnisse der Kinder werden langsam größer und auch die Mütter sind trotz tieferer Entspannung körperlich erschöpft. Dennoch – es geht weiter. Vorbeugen und Drehungen, die u.a. speziell den Rücken fordern und entspannen werden durchgeführt. Jetzt werden die mittlerweile unruhigen und müden Kinder gezielt bewusster eingebunden. Sie liegen zum Teil bei Mama im Arm und können so nicht zuletzt auch kuscheln.

 

Schließlich folgt die Endentspannung, sanfte Musik erfüllt den Raum und alle Gesichter strahlen Freude und Entspannung aus. Die Mütter, weil sie wieder eine besondere Yogastunde erlebt haben und die Kinder, weil sie nun auch wieder die volle Aufmerksamkeit ihrer Mütter bekommen. Eng aneinandergeschmiegt legen sich jetzt alle bequem hin. Schwingende Stille macht sich breit und fühlbare Liebe erfüllt den Raum. Eine unbeschreibliche Atmosphäre zum Entspannen, die jeder zutiefst genießt.
 

Am Ende der Stunde sind die Mütter glücklich, fühlen sich fit, energiereich und nicht zuletzt emotional berührt. Die Kinder wiederum sind müde und einige sogar eingeschlafen und so auf ihre Art „ganz besonders still“. Schnell wird noch gemeinsam aufgeräumt - auch die älteren Kinder helfen begeistert mit, bis dann alle schließlich entspannt den Raum verlassen und sich auf das Wiedersehen am nächsten Mittwoch freuen.

Aus persönlicher Sicht ist „Rückbildungsyoga“ immer eine sehr besondere Yogaeinheit. Sie zeigt mir, wieviel Kraft und Liebe in uns steckt, wie besonders die Beziehungen zwischen den Müttern und ihren Kindern sind und wie auch dies alles durch Yoga erweckt und nachhaltig gefestigt werden kann. So bin ich jede Woche dankbar; dankbar den Müttern für ihre Zeit, ihr tiefes Vertrauen und ihren schönen Energien. Dankbar aber auch den Kindern für ihre noch unverfälschte Freude, offene „Liebe“ und faszinierende Neugier.
 

Daher freue auch ich mich auf den nächsten Mittwoch, wenn es wieder heißt „Rückbildungs- yoga – eine Yogaeinheit mit viel Charme.“


Namaste

 

Carola Krügener
 

 

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