Sri Sai Prana Yoga

Kennst Du Fibromyalgie?
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Dr. Christa Wirkner-Thiel

„Fibro“ bedeutet Gewebe oder Faser, „myo“ Muskel und „algie“ Schmerz. Fibromyalgie beschreibt eine chronische und sehr schmerzhafte Erkrankung, die vor allem den Bewegungsapparat betrifft. Eine große Zahl an Menschen ist daran erkrankt und leidet über Jahre, oft ohne dass man ihnen die Beschwerden glaubt.  Bis zur Diagnosestellung vergehen im Mittel 8 Jahre, 8 Jahre starker und ständiger Schmerzen und Unsicherheit. Leider gibt es bis heute keinen Labor-, Röntgen oder anderen Nachweis.  Die Diagnose gelingt aufgrund einer typischen Symptomatik und nach Ausschluss anderer auch mit Schmerzen von Knochen, Gelenken und Weichteilen einhergehenden Erkrankungen. Sehr ähnlich verläuft z.B. Rheuma, eine Autoimmunerkrankung, die sich allerdings labormäßig und bildgebend diagnostizieren und so von der Fibromyalgie unterscheiden lässt.
 

Können Sie sich vorstellen, über viele Jahre an Schmerzen zu leiden, die unvorhersehbar sind und Beweglichkeit wie Belastbarkeit stark einschränken?  Nicht selten sind nicht nur Auseinandersetzungen und Druck am Arbeitsplatz wegen häufiger Arbeitsunfähigkeiten die Folge, sondern auch Unverständnis und Ungeduld in der eigenen Familie. „Du musst Dich einfach mal zusammenreißen!“ Doch die Betroffenen tun das schon ständig. Sonst könnten sie das alltägliche Leben gar nicht bewältigen. Welch eine Erleichterung und sogar Freude, wenn endlich die Diagnose gestellt wird, auch wenn man dabei erfährt, dass es sich um chroni-
sche und schmerzhafte Erkrankung handelt.
 

Die lange Dauer und Intensität der Schmerzen und die Reaktionen darauf im persönlichen Umfeld sind schwer zu ertragen , und  nicht selten sind depressive Stimmungen und , Verzweiflung bis zur Hoffnungslosigkeit die Folge , was zu einer weiteren Verschlimmerung noch
Vorschub leistet. Wem ist bei jahrelangen Schmerzen und gleichzeitig Misstrauen vonseiten der Familie,  von Freunden und Kollegen noch zum Lachen zumute? Das eigene Selbstvertrauen und Zufriedenheit schwinden immer mehr, Selbstzweifel verstärken das Beschwerdebild.  Aufgrund der psychischen Symptomatik ging man früher und viele, gerade Mediziner, auch noch heute von Fibromyalgie als einer psychosomatischen Erkrankung aus. Sie schließen u.a.  darauf, weil sich gezeigt hat, dass Antidepressiva bei einigen zu einer teilweisen Besserung führen konnten. Aber das kann nicht als Nachweis für eine psychische Genese der Beschwerden angeführt werden, sondern zeigt nur das Ausmaß der auch psychischen Beeinträchtigung im Rahmen des chronischen Schmerzsyndroms.
 

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Typisch für Fibromyalgie sind Schmerzen, meist den gesamten Körper betreffend, die nicht auf ein Wirbelsäulensyndrom, Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis oder Stoffwechselstörungen zurückzuführen sind. Dabei werden dauerhafte brennende, reißende oder dumpfe Schmerzen wechselnder Intensität beschrieben, die mit Einschränkung der Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer, Berührungsempfindlichkeit und Steifigkeit einhergehen.
 

Hilfreich für die Diagnose sind sog. Tenderpoints, druckdolente Punkte an bestimmten Muskel- und Sehnenansätzen. Die Intensität und Empfindlichkeit der Schmerzwahrnehmung kann von Mensch zu Mensch und auch bei einem Betroffenen variieren. Es gibt eben gute und schlechtere Tage. Der Verlauf ist dabei unvorhersehbar und die Planung auch nur der nahen Zukunft für Fibromyalgiekranke so kaum möglich.  Auch reagieren nicht immer alle Tenderpoints in gleicher Weise schmerzhaft auf Druck. Die Erfahrung zeigt, dass eine Druckdolenz von 11 der 18 unten genannten Punkte mit einiger Sicherheit für eine Fibromyalgie spricht.
 

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Beschwerden, familiäre Erfahrungen und Reaktionen im Kollegen- und Freundeskreis ähneln sich bei den verschiedenen Patienten meist sehr.

Es gibt außerdem eine Vielzahl von Begleitsymptomen, die weitere Organsysteme betreffen und häufiger bei Fibromyalgie beschrieben werden. Dazu gehören z.B. eine Reizblase mit ständigem Harndrang, Reizdarmsyndrom, häufig verbunden mit Bauchschmerzen, Krämpfen, Verstopfung oder Durchfall, Kopfschmerzen, Geruchs- , Licht- und Lärmempfindlichkeit, Schwere- und Schwellungsgefühl, Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung; und andere psychische Beschwerden wie gedrückte Stimmung, innere Unruhe, Antriebslosigkeit und auch Angststörungen.

 

So vielfältig das Krankheitsbild ist, so individuell sollte auch eine erfolgreiche Therapie sein. Dazu arbeiten Ärzte, vor allem Schmerztherapeuten, alternativmedizinische, physiotherapeutische, neuraltherapeutische und homöopathische Behandler und Yogalehrer zusammen. Man bezeichnet dies als multimo dale Therapie. Anfangs stehen Schmerzmittel zusammen mit praktischen Übungen, vorzugsweise Yoga, im Vordergrund.  Es gilt dabei die Menge an Schmerzmitteln herauszufinden, die so hoch wie nötig und so sparsam wie möglich ist und den Patienten die Freiheit zu geben, dies von Tag zu Tag selbst anzupassen. Dies verschafft erst einmal Erleichterung.
 

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Manchen Menschen helfen, wie bereits erwähnt, Antidepressiva oder eine Psychotherapie, auch um Antrieb und Stimmung zu verbessern und die Schmerzwahrnehmung zu normalisieren.

Für einen symptomatischen und gleichzeitig ursächlichen Therapieansatz würde ich nach meiner Erfahrung energetische Heilweisen wie die Prana-Heilung nach Grandmaster Choa Kok Sui und Sri Sai Prana Yoga empfehlen. Entscheidend für den Erfolg ist dabei, dass man Yoga regelmäßig praktiziert, Geduld mit sich selbst hat, die richtige Mischung aus Selbstliebe und Selbstdisziplin, liebevolle Strenge entwickelt.  Sind die ersten Erfolge erst einmal spürbar, Befinden, Beweglichkeit, Ausdauer, Leistungsfähigkeit und Stimmung gebessert, so nimmt die Motivation bei den meisten Teilnehmern erheblich zu; sie üben auch allein und kommen regelmäßig zu den Yogakursen.  Und viele, die die Prana-Heilung erfahren haben, lernen die Heilweise irgendwann selbst, wenn sie genug Kraft geschöpft haben, sich wieder selbst zu helfen. Das eigene Potential wird wieder wahrgenommen und kann auch mehr und mehr abgerufen werden. Außerdem genießen die meisten gerade in den Yogakursen die Möglichkeit, sich in den Kursen mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Dabei sind aus körperlicher Sicht alle Yoga-Übungen erlaubt, doch man sollte es langsam angehen und vor allem dehnende Asanas auswählen. Das wird meist als wohltuend empfunden, auch wenn gerade Dehnübungen sehr schwer fallen. Schon ein aufrechter Langsitz ist am Anfang schmerzhaft und oft nicht möglich. Geduld und bewusste Wahrnehmung des Körpers und des Atems in den Bewegungen sind wichtig und eine gute Erfahrung und die spirituellen Hintergründe sehr hilfreich im Umgang mit dem Krankheitsbild.
 

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Vielen Fibromyalgiekranken fehlt aufgrund seltenen körperlichen Trainings die Ausdauer, und Muskulatur und Sehnen reagieren mit Schmerzen gerade auf Dehnung und Strecken, was aber andererseits der Körper gerade verlangt. Daher ist es ratsam, sich bewusst zu bewegen, Überforderung zu vermeiden und die Übungen langsam aufzubauen und zu steigern. Man soll sich wohl fühlen in einer Yoga-Asana. Mit längerem Halten und bewusstem Atmen kann man wahrnehmen, wie sich Widerstände reduzieren und wir immer tiefer in eine Übung gehen können.
 

Deckblatt YN3.tif