Sri Sai Prana Yoga

Karma Yoga - ein heilender Yoga Weg
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Von Anke Hauschild

Max von Rhein: Lieber Ramesh, wir lernten uns zum Thüringer Yogafest 2019 in Erfurt kennen und hatten im Februar 2020 die wunderbare Gele-genheit die Advan-ced Teachers Training / Ausbildung der Sri Sai Prana Yogaleh-rer*innen gemeinsam in Narsapur zu erleben. Magst du uns von dieser Zeit erzählen?

Ramesh Kumar: Ja, ich bin sehr dankbar über die Begegnung mit Master Sai und den Sri Sai Prana Yogalehrern*innen aus Thüringen. Ich bin als Yogalehrer und Ayurveda Therapeut sowie als Masseur tätig. Das An-gebot, Sri Sai Prana Yoga in der Advanced Teachers Ausbildung in Narsapur kennenzulernen und zu erleben, nahm ich von Herzen gerne an. Danke für die Begegnungen in Narsapur. Ich lernte die Lehrer und viele Sri Sai Prana Yogalehrer*innen aus ganz Deutschland kennen. Im vergangenen Jahr konnte ich auch die Prana Heilung nach Grand Master Choa Kok Sui ken-nenlernen und Prana 1 sowie Prana 2 erlernen.
 

M.: Deine Wurzeln sind in Indien. Kannst du uns von dir erzählen? Wie bist du nach Deutschland gekommen und wie war dein Leben zuvor in Indien?

 

R.: In Indien lebte ich mit meinen Geschwistern und meinen Eltern in sehr ein-fachen Verhältnissen. Ich wuchs mit zwei Geschwistern unter der liebevollen Obhut unserer Mutter in der Nähe von New Delhi auf. Meine Familie ist in Chhatoh / Uttar Pradesh zu Hause. Unser Vater ist verstorben, als ich noch sehr klein war. Meine Mutter arbeitete sehr viel, um uns ein gutes Leben mit einer Schulausbil-dung zu ermöglichen. Ich habe sie als Kind immer sehr vermisst, wenn sie von früh bis spät meh-rere Jobs erledigte. Sie lehrte mir sehr viel und gab mir mit auf den Weg: „Auch, wenn es dir nicht gut geht, versuche immer Gutes zu tun“. In Indien lernte ich meine Frau, aus Deutschland kommend, kennen. Ich kam 2014 nach Deutschland. Dort heirateten wir und gründeten eine Familie. In Erfurt ist mein Lebensmittelpunkt. Regelmäßig besuche ich meine Familie in Indien. 

 



 

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M.:  Das letzte Jahr 2020 war für uns alle ein sehr außergewöhnliches Jahr. Wie war dieses Jahr für dich?

R.: Das Jahr war wirklich außergewöhnlich und es ist so viel passiert. Nach der Ausbildung in Narsapur wollte ich meine Familie in meiner Heimat be-suchen. Ich kam während des
Lockdowns an. In Indien ist die-se Zeit des Lockdowns für vie-le Familien sehr schlimm. Viele Menschen verloren ihre Arbeit und konnten sich und ihre Fami-lie nicht mehr versorgen. Mir begegneten sehr viele Menschen, die Hilfe brauchten. Gemeinsam mit meiner Familie, meiner Mut-ter und meinen Geschwistern, meinem Onkel, meiner Tante und meinen Cousinen, haben wir versucht mit eigenen Ersparnissen und mit Spenden zu helfen. Wir begonnen täglich eine Mahlzeit für Kinder des Ortes zuzubereiten und eine Betreuung zu organisieren. Täglich kamen ca. 35 Kinder, die diese Hilfe dankbar annahmen. Die Kinder konnten durch etwas Schule, Yoga und Meditation, lernend und spielend einen anderen All-tag erleben. Diese Form von Hilfe war vor einiger Zeit noch eine Vision oder eine Idee. Im letzten Jahr konnte sie in die Tat umge-setzt werden. Das ist wunderbar.
 

 

M.:  Du bist dabei eine Grundlage für etwas Großartiges zu schaffen und hast für dieses Jahr schon Pläne.
 

R.: Mein Ziel ist es, den Kindern in meiner Heimat durch Versorgung und Bildung die Grund-lage für ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Es gibt viele bedürftige Kinder, auf der Straße lebend, Waise und Halb-waise. Oft fehlt das Geld, um eine Schulbildung zu ermögli-chen.  Für diese Kinder möchte ich eine Basis schaffen. Eine Ba-sis in Form von Versorgung/Verpflegung und von Bildung. Eine große Vision ist, eine Schule zu bauen. Eine Schule, in der Kin-der aus allen Religionen zusam-mentreffen, gemeinsam essen, sitzen, lachen und die höchste Religion, die der Liebe, lernen und leben und weiter in die Welt tragen. Bedürftige Kinder sollen in unserem Projekt einen Platz finden.  Ich bin in Deutschland vielen Menschen begegnet, die dieses Projekt unterstützen und die es möglich gemacht ha-ben, diese Initiative die letzten
Monate aufrecht zu erhalten. Danke an alle Spender und Un-terstützer. Danke an den Verein „Lachen im Sonnenstrahl e.V. – Raum für Kinder“. Wir arbeiten seit September letzten Jahres zusammen und konnten Spen-dengelder sammeln, um die tägliche Versorgung der Kinder zu gewährleisten. Gerade bin ich dabei einen eigenen Verein hier in Deutschland zu gründen. Er wird „Karma Kinder Indien“ heißen.

 

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M.: Ein schöner Name. Welche Inspiration hattest du dazu?

R.: Karma ist das Ergebnis meiner Handlungen, von dem was ich tue. Kinder brauchen Unter-stützung für ihre Entwicklung. Und wir möchten etwas geben, was die Kinder brauchen um zu wachsen. Das ist die Idee des Namens. Die Arbeit mit diesem Verein wird eine Herzensangele-genheit sein. Der Verein wird die Basis für das Projekt stärken.

 

M.:  Lieber Ramesh, danke, dass du deine Herzensangele-genheit mit uns teilst und uns einen Einblick in deine Arbeit gegeben hast.

 

R.: Zu helfen und Gutes zu tun, dabei befinden wir uns auf dem Karma Yoga Weg. Das Herz wird groß und weit und Freude breitet sich aus. Das ist heilsam für alle Beteiligten. Danke, dass ich davon erzählen konnte.

 

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