Sri Sai Prana Yoga

Interview mit  Master Sai

Lieber Master Sai, in diesem Jahr feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum des Sri Sai Prana Yoga®. Magst Du uns dazu ein kleines Interview geben? Vielen Dank! 

Bitte ein paar Worte dazu wie alles begann: 

Spiritualität gehörte schon immer zu meinem Leben. Selbst als kleines Kind war ich schon mit Sri Shirdi Sai Baba sehr vertraut. So bezieht sich das Sai im Namen Sri Sai Prana Yoga® auch auf den großen Heiligen Sai Baba.  Als junger Mann auf der Suche nach meiner Bestimmung besuchte ich verschiedene Klöster und lernte große Persönlichkeiten kennen, dir mir rückblickend Kenntnisse vermittelten, die ich für meinen weiteren Lebensweg nutzen konnte. So lebte ich z.B. eine Zeitlang in einem christlichen Kloster von Pater Bede Griffths und durfte regelmäßig seine Lehren empfangen. Zu der Zeit hatte ich wenig Verständnis dafür, nahm aber dankbar alles auf. Und wenige Jahre später organisierte ich biblische Reisen in Indien und referierte über den Unterschied von christlicher und Hindu Religion und konnte dabei all das dort Gelernte nutzen. Mit etwa 23 Jahren entdeckte ich mein großes Interesse für Yoga und erlernte von einem seiner direkten Schüler Yoga. Für mich zu der Zeit noch ungewohnt, eine strenge aber sehr tiefgreifende Ausbildung im traditionellen Yoga nach Sivananda. Dieser Yoga hat sich über Jahrtausende bewährt und so ist mir sehr daran gelegen, in unserer Yogaschule diese herkömmliche alte Yogatradition zu erhalten und zu pfegen.

Die Körperübungen, Asanas, sind nur ein geringer Teil des Yoga, obwohl sie für Menschen, die Yoga nicht kennen oft im Vordergrund zu stehen scheinen. Yoga ist eine umfassende spirituelle Praxis, die jedem Menschen die Möglichkeit bietet, nicht nur für die eigene Gesundheit zu sorgen, sondern an sich selbst zu arbeiten, seine Gedanken zu beherrschen und dem Ziel des Yoga, nämlich der Einheit mit der höheren Seele, nahe zu kommen. Damit ist ein Zustand von Leichtigkeit und Zufriedenheit, innerer Freude und intuitivem Wissen erreicht, der Sicherheit und umfassendes Wohlbefinden verleiht und zudem auch die körperliche Gesundheit fördert. Durch intensives Studium und fortwährende Praxis und Segen meiner Heiligen und Lehrer wurde ich so Yogameister.

Anfang der 90-er Jahre kam mein persönlicher Lehrer, Master Choa Kok Sui, in mein Leben und von dem Moment an nimmt die Prana Heilung einen zentralen Platz in meinem Leben ein. Die Verbreitung der Prana-Heilung, die Vision von Grandmaster Choa Kok Sui zu verwirklichen ist mir ein dringendes Anliegen. An dieser Schnittstelle von Yoga und Prana-Heilung habe ich den Sri Sai Prana Yoga® geschaffen und zusammen mit Acharya Sasidhar die dazugehörige Yogaschule gegründet mit Yoga-Ausbildungen in Indien und Deutschland. In diesem Jahr feiern wir nun unser 10-jähriges Jubiläum. 2007 fand die erste der 4-wöchigen intensiven Sri Sai Prana-Yoga Ausbildungen in Indien statt. Dabei profitiert Yoga von der Prana-Heilung. Wer Prana-Heilung kennt hat ein viel besseres Verständnis für die energetische, heilende und regenerierende Wirkung des Yoga und andererseits entdecken viele Prana-Heiler den Wert des Yoga und dies bringt eine erweiterte Sicht der Prana-Heilung. Daher war auch Grandmaster Choa Kok Sui sehr angetan von meiner Idee des Sri Sai Prana Yoga® und hat mich darin bestärkt. Nach zehn Jahren gibt es Yogaschulen über ganz Deutschland verteilt, einzelne auch in Frankreich, Österreich und der Schweiz. 

Sri Sai Prana Yoga® ist ein Yoga für alle. Das ist mir sehr wichtig. In Werbungen für Yogakurse sieht man oft schlanke, gut aussehende junge Mädchen, die sich graziös und extrem verbiegen können. Oder man sieht gut gebaute Männer in abenteuerlichen Positionen. Das ist sehr gut. Und ich freue mich, dass so viele junge Leute Yoga für sich entdecken. Aber Yoga, insbesondere das Sri Sai Prana Yoga®, ist für jeden geeignet. Da findet der durchtrainierte Sportler seine Herausforderung genauso wie weniger bewegliche Menschen und  jeden Alters, Männer und Frauen. 

Warum wird Yoga immer populärer?

Unsere heutige Zeit stellt viele Menschen vor enorme Herausforderungen. Hohes Arbeitspensum und Leistungsdruck verlangen den Menschen
einiges ab und bringen viele an ihre Grenzen oder verleiten sie sogar, beständig darüber hinauszugehen. Der Bedarf nach Erholung und Regenerierung wächst. Gleichzeitig wächst das Gesundheitsbewusstsein der Menschen und das Interesse für Spiritualität. Regelmäßige Yogapraxis hilft auf vielen Ebenen. Z.B. innere Ausgeglichenheit und Ruhe zu finden im stressigen Alltag, fit, gesund und glücklich zu sein.

 

Das Interesse am Yoga wächst tatsächlich weltweit. Auf Bestreben Indiens wurde von den Vereinten Nationen sogar jährlich ein Welt-Yoga-Tag eingeführt. In Indien hat man den gesundheitsfördernden Effekt von Yoga erkannt. Und vor einigen Jahren wurde ein Ministerium, das für die Verbreitung von Yoga und Ayurvedischer Medizin zuständig ist geschaffen. Es gibt öffentliche Yogaveranstaltungen, die nicht nur im Fernsehen übertragen werden, sondern zu denen auch Zigtausende von Menschen kommen. Ganze Stadien füllen sich. Und Yoga ist in den Städten inzwischen genauso bekannt wie bei der Landbevölkerung. Und in den westlichen Ländern ist es nicht anders. Jeder 3.-4 amerikanische Bürger macht Yoga und das Interesse in Deutschland ist vergleichbar.

Was ist so besonders am Sri Sai Prana Yoga?

SSPY (Sri Sai Prana Yoga) steht ganz in der Tradition des Yogastils von Swami Sivananda. Dieser Yogastil ist sehr sanft und stellt einen guten Ausgleich her zwischen Dynamik und Entspannung. Und ein sehr wesentlicher Aspekt ist die Betonung des Atems, die Bewegung im Atem und Pranayama, d.h. bestimmte Atemübungen. Dadurch ist er für Menschen aller Altersgruppen und verschiedenster körperlicher Kondition gut geeignet. Und die Tiefenentspannung spielt eine große Rolle. Sri Sai Prana Yoga® integriert darüber hinaus das Wissen über die Welt der Energie aus der Prana-Heilung. Für den Yogalehrer ist es überaus hilfreich, mehr über die energetischen Zusammenhänge zu wissen. So kann z.B. in Form gezielter Chakra-Atemtechniken während der Asanas die gesundheitliche Wirkung des Asana noch verstärkt werden. Mit dem Atem generieren wir bestimmte Qualitäten von Energie und mit dem Yoga lenken wir sie bewusst in bestimmte Körperregionen. Über das Verständnis

des Psychopranas lässt sich die Wirkung des Yoga auf Gedanken und Gefühle noch verstärken und innere Ruhe und Ausgeglichenheit vertreiben Stress, Traumata und Belastungen, vielfältige Wirkungen! Wahres Yoga besteht nicht nur aus Körperübungen, Beine hoch, Beine herunter, einatmen, ausatmen, das ist keine Kunst. Yoga geht tief. Erst in seiner Gesamtheit entwickelt Yoga seine Wirkung und macht den Weg frei und lässt das innere Licht strahlen. Nicht umsonst hat sich die Yogatradition über Jahrtausende entwickelt und erhalten. Und dies ist im Sri Sai Prana Yoga® integriert.

Warum findet die Ausbildung in Indien statt?

Unsere SSPY Grundausbildung und auch die für Fortgeschrittene findet in Indien statt und das aus gutem Grund. Indien ist das Ursprungsland des Yoga. Allein schon die Luft ist anders, die Sonne und das warme Wetter erleichtern die Übung der Asanas. Die Atmosphäre atmet eine ganz andere Art von Spiritualität, die es den Menschen leicht macht, zu innerer Stille zu finden. Auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Vegetarische Kost ist im indischen Alltag tief verwurzelt und die schmackhafte und leichte, yogische Zubereitung ist besonders geeignet, die Yoga-Praxis zu erleichtern. Weit weg von Zuhause und dem normalen Alltag fällt es den Teilnehmern leichter, alte Energien loszulassen und sich auf diesen sehr intensiven Prozess einzulassen.

Was kannst Du uns zum Bhakti Yoga, dem Weg des Herzens sagen?

Bhakti Yoga ist der schnellste Weg zur inneren Entwicklung. In Indien gehört Bhakti Yoga zum Alltag. Die Anbetung und liebevolle Hingabe an die Gottheit gehört zur traditionellen religiösen Praxis. Für viele Menschen, nicht nur in Indien, auch in Europa und Amerika, ist es selbstverständlich, morgens vor der Arbeit in den Tempel oder die Kirche zu gehen und um den göttlichen Segen für das Tagewerk zu bitten. Viele Menschen praktizieren auch das Singen der Bhajans und Kirtans, die eigentlich nur von der Lobpreisung Gottes handeln. In der Yogalehrerausbildung beenden wir so jeden Tag. In der tiefen liebe- und vertrauensvollen Hinwendung zu Gott wurzelt die Entwicklung des Herzens, die den Zugang zu höheren Ebenen des Bewusstseins erst ermöglicht.

Ergänzt wird Bhakti Yoga durch innere Reflexion und Charakterbildung, im Yoga nennt man das die Praxis von Yama und Niyama. Beide Säulen sind gleich wichtig, denn sie unterstützen sich gegenseitig. Die Entwicklung des Herzens macht es uns leichter, die Tugenden der Großzügigkeit und liebevollen Güte zu praktizieren. Gleichzeitig ist aber auch innere Reflexion und Charakterschulung notwendig, um das Herz von tiefsitzenden Blockaden und negativen Mustern zu befreien und dadurch die Herzensenergie wieder in Fluss zu bringen. 

In der Bibel weist Jesus darauf hin, dass der Weg zum Himmelreich nur durch ihn zu erlangen sei. Jesus steht für den Aspekt der Liebe. Nur über Hingabe, über wahre Liebe, d.h. Liebe ohne Erwartung oder Anspruch, ist Entwicklung möglich. Bhakti Yoga beschreibt diesen Weg der Hingabe.

Jeder hat seine Art, um eigene Schwächen zu überwinden und Zugang zur Quelle der eigenen Kraft zu finden. Karmayogis helfen anderen, ganz selbstlos. Andere, die Jnanayogis, wenden sich dem Studium zu, lesen viel und lernen über den Intellekt Zum guten Schluss aber führt alles zum Bhakti Yoga. Nur über diesen Weg, nur mit einem mitfühlenden Herzen, über Hingabe und Liebe ist eigene Entwicklung und Selbstverwirklichung
möglich.

In Deutschland gibt es viele selbstlose Helfer. Viele soziale, pflegerische und karikative Organisationen funktionieren nur durch die große Zahl an ehrenamtlichen Helfern. Das zeigt das gute Herz. Bhaktiyogis sind meist auch Karmayogis. Mutter Theresa war beispielsweise ein reiner Bhakti Yogi und ein super Karmyogi. Nicht klagen und kritisieren, schaut auf die guten Seiten unserer heutigen Gesellschaft. Wieviele Menschen unterstützen andere, und welche Kettenreaktionen löst das in der Welt aus!

Auch Satja Sai Baba war ein großer Karmayogi, vor allem aber ein Bhaktiyogi, voller Liebe und Hingabe. Neben vielen anderen Aktivitäten hat er bei der armen Bevölkerung für freie medizinische Behandlung gesorgt,

hat ein großes Krankenhaus gebautund tausende von Menschen adoptiertund sie unterstützt. Dabei hat erselbst sehr bescheiden gelebt, hat inseinem kleinen Zimmer sogar selbstfür Sauberkeit gesorgt. Was er auchsagte, man spürte, dass er immer inGedanken an das Höchste war. Wenngroße Meister oder Heilige großeTempel und Häuser haben, dann istdas meist das Werk ihrer Anhängerund Schüler, die so ihrer großen Ehrerbietung,Dankbarkeit und LiebeAusdruck verleihen.

Die Hingabe und das große Herz des Bhaktiyogis gehören auch zum Karmayogi und dieses beides öffnet dem,
der seine Erkenntnisse über das Studium sucht, dem Jnanayogi, den Weg zur inneren Wahrheit, zum intuitiven Verstehen, das seinen Ausgang von der Seelenebene nimmt und Körper und Geist balanciert.

Jeder ist total frei, seinen Weg zu wählen. Jnanayoga bedeutet heilige Schriften zu studieren und zu verstehen. Bhaktiyogis wiederholen das Heiligtum in Sprache und Gesang und bewegen es immer im Herzen. Karmayogis dienen im Namen des Heiligtums, praktizieren Demut und Hingabe. Wenn man dies alles praktiziert, wird das Leben anders, und man kann Glückseligkeit selbst erfahren. Das kann dir niemand nehmen. Letztendlich führen alle Wege zum gleichen Ziel und dort vermisst man nichts. Bhaktiyoga ist der Schlüssel dazu.

Was spricht dafür, SSPY Lehrer zu werden?

SSPY Lehrer zu werden ist eine tiefgreifende Erfahrung, die dem Yogalehrer selbst enorm hilft. Yoga fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden auf vielen Ebenen. Dies an andere Menschen weiterzugeben, kann sehr beglückend sein und fördert darüber hinaus auch das eigene Selbstvertrauen und die eigene Entfaltung der Persönlichkeit.

Meine Vision für SSPY:

Meine Vision ist es, in Zukunft noch mehr Yogalehrer auszubilden, und mit deren Hilfe weiterhin viele Menschen für diesen Yoga in seiner ursprünglichen Form und auch für
die Prana-Heilung zu begeistern.

© 2016 Sri Sai Verein für Yoga und Meditation e.V.

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