Sri Sai Prana Yoga

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GUTE VORSÄTZE, DER ATEM UND WAS DAZWISCHENKOMMT

Gegen Ende des Jahres halten wir kurz inne und überlegen uns, was wir im Neuen Jahr ändern und manifestieren wollen. Meistens nehmen wir uns folgende Vorsätze vor: weniger Süßes essen, ein paar Kilos abnehmen, mehr Prana Heilung anwenden oder einfach öfters mal Yoga praktizieren. Die Liste kann ewig lang sein oder kurz und prägnant. Dann aber, wenn das Jahr fortschreitet, verblassen unsere Vorsätze und wir verfallen wieder dem alten Schema.

Einer der guten Vorsätze ist oft, etwas abzuspecken, zu entgiften oder modern ausgedrückt „detoxen“, vielleicht auch eine neue Diät ausprobieren. Wenn wir bedenken, dass der Körper 3 Wochen ohne Essen, 3 Tage ohne Trinken aber nur 3 Minuten ohne Atmen überleben kann, sollten wir vielleicht unsere Sichtweise ändern und die Priorität auf das, worauf wir am Wenigsten verzichten können, setzen: das Atmen. In Fakt, das beste Essen und das beste Training sind halb so wirkungsvoll, wenn unsere Atmung flach oder inkorrekt ist.

Unser Nervensystem spielt eine große Rolle in unserem Leben. Der Sympathikus ist für den „Flucht oder Kampf“-Reflex („fight or flight“) zuständig, während der Parasympathikus für den „Entspanne und Verdaue“-Reflex („rest and digest“) in unserem Leben zuständig ist. Idealerweise wäre unser Leben immer entspannt, der Parasympathikus hätte Vorrang und wir würden nicht nur unser Essen besser verdauen, sondern auch unsere Emotionen. Die Realität hingegen sieht vorrangig so aus, dass unser Tag die meiste Zeit vom Symphatikus dominiert wird: Stress in der Arbeit, zu Hause und auch in den Beziehungen, als würden wir ewig von einem Löwen (dem Stress) gejagt werden. Der eine oder andere fragt sich jetzt: was hat unser Nervensystem mit unserer Atmung zu tun? Ganz viel, denn die Atmung ist direkt mit unseren Emotionen verbunden. Ist unser Atem tief und ruhig, sind auch unsere Emotionen und Gedanken ruhig. Regen wir uns auf, befinden wir uns unter emotionalem oder physischem Stress, reagiert unser Körper, stellt auf „Flucht oder Kampf“ um und der Atem wird schneller. Der Körper stellt in dem Moment alle Verdauungsfunktionen und alle Reparaturarbeiten ein, konzentriert sich darauf, Adrenalin auszuschütten und die Muskeln mit Kraft zu füllen. Der Körper stellt sich auf Notfall-Modus ein.

 

Was ist denn richtige Atmung?
Die meiste Zeit ist uns unsere Atmung nicht bewusst, wir wissen nicht wie wir atmen und trotzdem, dank unglaublicher Körperintelligenz, findet sie statt. Sie geschieht, besser oder schlechter, und der Körper versucht, alle wichtigen Funktionen aufrechtzuerhalten, sowie die einzelnen Teile so gut wie möglich zu bedienen. Was wäre, wenn wir bewusst atmen und alle Funktionen im Körper in ihrer täglichen Arbeit unterstützen würden? Der Körper hätte mehr Zeit für „Instandhaltungsarbeiten“.
 

Dafür gib es Unterstützung aus dem Hatha Yoga: die yogische Atmung.

Wenn wir uns der yogischen Atmung bedienen, können alle Funktionen im Körper unterstützt werden: von der Verdauung zu der Entgiftung, verbesserte Bewegung und Elastizität.

 

Die yogische Atmung besteht aus drei Teilen: Bauchatmung, Brustatmung und Atmung in den Lungenflügel. Ein- und ausgeatmet wird immer durch die Nase.

 

Um die Bauchatmung zu üben, legen wir die Hände auf unseren Bauch und nehmen wahr, wie sich unsere Bauchdecke beim Einatmen nach außen wölbt und beim Ausatmen, wie unsere Bauchdecke nach innen gezogen wird.


Beim zweiten Teil der Übung legen wir die Hände an die Seitenrippen. Atmen ein und füllen erst unseren Bauch, atmen weiter ein und nehmen wahr, wie sich unsere Rippen seitlich nach außen bewegen. Beim Ausatmen bewegt sich der Rippenbogen zurück und die Bauchdecke nach innen.

 

Nun intensivieren wir und kommen zum dritten Teil der yogischen Atmung. Wir nehmen wahr, wie sich beim Einatmen die Bauchdecke nach außen wölbt, der Rippenkasten sich seitlich ausdehnt und diesmal auch die Lungenflügel (der oberste Bereich
der Lunge, welcher leicht unter dem Schlüsselbein und beim Übergang vom Nacken zu den Schultern zu fühlen ist) gefüllt werden. Beim Ausatmen bewegt sich alles wieder zurück.
 

Wenn wir also einen kurzen, aber prägnanten und lebensverändernden Vorsatz in die
Tat umsetzen wollen, dann lasst uns unsere Atmung jetzt verändern. Jeden Tag 10-15 Minuten bewusste yogische Atmung üben, am besten bei leeren Magen. Unser Körper und unser Umfeld werden bald die Veränderungen merken. Viel Spaß dabei.
 

Susanne

Seralvo-Wedlich

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