Sri Sai Prana Yoga

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AYURVEDA - oder: das Wissen vom Leben

Im Rahmen der Yogatherapeutenausbildung stand die erste Einheit unter dem Motto „Verdauung und Yoga“. Am ersten Abend hatten wir die Ehre, den Vaidya (der Sanskritbegriff für einen traditionellen ayurvedischen Arzt) Dr. Shine Koorkaparambil, Geschäftsführer von Ayurveda Garden in Bad Rappenau, als Referent zu haben. Dr. Shine kommt ursprünglich aus Kerala (Süd Indien) und hat die Ayurvedische Kunst sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen; sein Vater war schon Vaidya und diese Kunst besteht in der Familie seit über 200 Jahren. Als kleiner Junge durfte er bereits Sanskrit lernen, die Sprache, in der die heiligen und ayurvedischen Texte verfasst wurden und die als Grundlage zum Studium als Ayurveda-Arzt dienen, sowie dem Vater teilweise bei den Konsultationen beiwohnen.

Der Begriff Ayurveda stellt sich zusammen aus Ayus (Leben) und Veda (Wissen) und ist somit das Wissen vom Leben, die älteste ganzheitliche Heilmethode der Welt. Eine der fundamentalen Schriften, die Charaka Samhita, verfasst von Arzt Charaka, ist mindestens 2500 Jahre alt. In der ayurvedischen Betrachtung wird jedes Lebewesen als eine Zusammensetzung aus den fünf Elementen (pancha Mahabhutas) gesehen: Erde, Feuer, Luft, Wasser und Äther und deren Gleichgewicht gilt es im Körper zu bewahren, beziehungsweise wieder herzustellen. Gleichzeitig befinden sich im Körper der Menschen drei Zonen (Doshas): die Vata Zone (Raum und Luft) vom Nabel nach unten, die Pitta Zone (Feuer und Wasser) zwischen Solar Plexus und Nabel und zuletzt die Kapha Zone (Wasser und Erde) zwischen Kopf und Solar Plexus. Anhand dieser Doshas und deren Merkmalen werden die Konstitutionen festgelegt. Eine Konstitution ist eine Grundklassifikation und kann aus einem, zwei oder seltener aus drei Doshas bestehen. Die Konstitution bleibt ein Leben lang gleich. Was jedoch eine Krankheit im Körper hervorruft ist das Ungleichgewicht der Doshas und der Elemente. Dies wird vom ayurvedischen Vaidya durch eine Augen-, Zungen- und Pulsdiagnose, sowie durch ein persönliches Gespräch festgestellt. Dieses Ungleichgewicht kann von Stress, ungesunder Lebensart, ungesunder Ernährung oder einem ungesunden Umfeld entstehen. Die Störung (davon gibt es 140 verschiedene) wird erkannt und deren Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gesundheit eingeleitet. Im Ayurveda, sowie auch in anderen Therapien, wie beispielsweise der F. X. Mayr Kur, sollte als erste Maßnahme die Wiederherstellung eines gut funktionieren Darms erfolgen. Der Darm und unser Verdauungsfeuer (Agni) müssen einwandfrei ihre Arbeit verrichten, um uns Gesundheit zu garantieren. Dazu kommt im Ayurveda die Gabe verschiedener Kräuterpräparate und/ oder die sogenannte Pancha Karma Kur, die Darmsanierung, welche je nach Krankheit und Konstitutionstyp ganz anders ausfallen kann: eins haben sie jedoch alle gemeinsam, die nötigen Kräuter werden bei der stationären Kur durch sehr angenehme Massagen einmassiert. Das Umfeld
im Ayurveda Garden, idyllisch in einem bezaubernden Park platziert, und die geschmacksvoll und liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten machen die Kur zu einem Highlight. Zwei Vaidyas mit großem Herzen, Dr. Shine und Dr. Hari, das ayurvedische vegetarische Essen und sehr zuvorkommende Mitarbeiter sorgen dafür, dass man sich wohl und geborgen fühlt. 

Ein ayurvedischer Vaidya wurde in der Vergangenheit nur bezahlt, wenn seine Patienten/Schützlinge gesund blieben. Somit wurden die Menschen regelmäßig vom Arzt untersucht und viele Krankheiten konnten bereits vor dessen Manifestation auf körperlicher Ebene geheilt werden.

Wer heutzutage gesund bleiben möchte sollte gemäß Dr. Shine einige Grundregeln folgen:

• Bei der Ernährung: nichts ist verboten, alles in Maßen

• Auf leicht verdauliches und warmes Essen, sowie regelmäßige Mahlzeiten achten. Bereits das Frühstück sollte warm und leicht verdaulich sein, das Mittagessen (gedünstetes Gemüse und Getreide) enthält alle sieben Geschmacksrichtungen. Am Abend ist eine Suppe am bekömmlichsten.

• Im Alltag auf ein gesundes Umfeld sowohl in der Arbeit als auch zuhause wert legen

Abfallproduktion:
2 Augen, 2 Ohren, 2 Nasenlöcher, Mund, Urin, Stuhl und Haut.

Da sich 7 davon in der Kopfregion befinden empfiehlt Dr. Shine folgende tägliche morgendliche Reinigung:
die Augen werden mit Wasser gereinigt, Ohren und Nasenlöcher werden eingeölt, die Zunge wird geschabt.

Susanna Seralvo Wedlich

Hier ein Vorschlag für ein gesundes Frühstück aus dem Ayurveda Garden:


Frühstücksbrei
1 Tasse wahlweise: Dinkel, Hafer, Reisflocken, Hirse, Quinoa, Amaranth
3 Tassen Wasser oder Milch (je nach Geschmack).
Bei Milch kann es auch Ziegen-, Schafs- und Getreidemilch sein.
2 Kardamom Kapseln, Ingwer, Zimt, Nelken nach Geschmack
½ TL Kreuzkümmel
½ TL Honig oder Ahornsirup
Obst nach Geschmack und Jahreszeit
Alle Zutaten kochen und bis zur Hälfte reduzieren lassen.

AYURVEDA REZEPT

 

KAROTTEN-RAITA

Vata - l Pitta + l Kapha

(für 6 - 8 Personen)

Zutaten:
150 g rohe Karotten
225 g Naturjoghurt
2 EL Ghee
1 Handvoll gehackte Korianderblätter
1 Prise Cayenne
1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1/2 TL schwarze Senfsamen
1 Messerspitze Asafoetida
1/4 TL Salz (Empfehlung: Kala Namak)

1. Die Karotten waschen, putzen und mittelfein raspeln.
2. Nun die Karottenraspel mit dem Joghurt vermengen.
3. In einer kleinen Pfanne das Ghee erwärmen. Kreuzkümmelsamen, Senfsamen und Asafoetida hinzufügen und solange erhitzen, bis die Samen platzen. Anschließend gehackte Korianderblätter und Chili dazugeben und die Pfanne vom Herd nehmen. Etwas abkühlen lassen.
4. In die Karotten-Joghurtmischung das Salz und die gekochten Gewürze einrühren.

Tipps:

- ca. 1 - 2 Löffel Raita pro Person, eignet sich hervorragend als Beilage

- die Gewürze in diesem Rezept helfen, die schwere Eigenschaft des Joghurts zu mildern

- Karotten haben scharfe und erhitzende Qualitäten, deshalb ist in der Schwangerschaft davon abzuraten, Karotten zu häufig zu essen

Guten Appetit
Christin Dunker

Was sind Raitas?

Der Hauptbestandteil in allen Raitas ist Joghurt.
Joghurt scheint auf den ersten Eindruck zu kühlen, besonders wenn man beispielsweise ein scharfes Currygericht isst. Doch die Qualitäten des Joghurts sind wärmend, schwer und auch sauer.

Daher ist es wichtig, Raitas nur in kleinen Mengen zu verzehren (1-2 Löffel pro Mahlzeit).

So wirkt die leckere ayurvedische Beilage, auch aufgrund der beigefügten Gewürzmischung, hilfreich für die Verdauung.

Die Karotten können durch verschiedene Gemüsesorten, wie Gurken, Rote Beete, Tomaten oder Spinat ersetzt und mit 5 Curryblättern zu den Gewürzen ergänzt werden.

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